album cover
Regenballade
album cover
Regenballade was released on January 1, 1978 by BMG Rights Management GmbH as a part of the album Regenballade (Bonus Tracks Edition)
January 1, 1978
LabelBMG Rights Management GmbH
LanguageGerman
BPM154
Melodicness
Acousticness
Valence
Danceability
Energy

Lyrics

Ich kam von meinem Wege ab
Weil es so nebel dunstig war
Der Wald war feuchtkalt wie ein Grab
Und Finger griffen in mein Haar
Ein Vogel rief so hoch und hoch
Wie wenn ein Kind im Schlummer klagt
Und ich stand still, ich wusste wohl
Was man von diesem Walde sagt
Dann setz ich wieder Bein vor Bein
Und komme so gemach vom Fleck
Und quatsch im letzten Abendschein
Schwer vorwärts durch Morast und Dreck
Es nebelte, es nieselte
Es roch nach Schlamm, verfault und nass
Es raschelte und rieselte
Und kroch und sprang im hohen Gras
Auf einmal, eh ich's mich versehen
Bin ich am Strom, im Wasser schier
Am Rand bleib ich erschrocken stehen
Fast netzt die Flut die Sohle mir
Das Röhrich zieht sich bis zum Tann
Und wiegt und wogt, so weit man blickt
Und flüstert böse ab und an
Wenn es im feuchten Windhauch nickt
Da saß ein Kerl, weiß Gott, mein Herz
Stand still, als ich ihn sitzen sah
Ich sah ihn nur von hinterwärts
Und er saß klein und ruhig da
Saß in der Nebeldämmerung
Die Angelrute ausgestreckt
Als ob ein toter Weinstrunk
Den dürren Ast gespenstisch reckt
"He, Alter", ruf ich, "beißt es gut?"
Und sieh, der Baumstamm dreht sich um
Und wackelt mit dem runden Hut
Und grinst mit spitzen Zähnen stumm
Und spricht, doch nicht nach Landesart
Wie Enten schnattern schnell und breit
Kommt's aus dem algengrünen Bart
"Wenn's regnet, hab ich gute Zeit"
"So scheint es", sag ich, und ich schau
In seinen Bottich neben ihm
Da wimmelt's blank und silbergrau
Und müht sich mit zerfetztem Kiem
Aale, die flossen zart wie Flaum
Glotzüge Karpfen mittendrin
Ich traue meinen Augen kaum
Wälzt eine Natter sich darin
"Ein seltnes Fischlein, Alter, traun"
Da springt der Frosch behend empor
"Die Knaben sind so gut zu kauen"
Schnattert er listig mir ins Ohr
"Gewiss seid ihr zur Nacht mein Gast
Wo wollt ihr heute auch noch hin?
Nur zu, den Bottich angefasst
Genug ist für uns beide drin"
Und richtig watschelt er vorauf
Patsch, patsch am Uferrand entlang
Und wie im Traume heb ich auf
Und schleppe hinterdrein den Fang
Und krieche durch den Weidenhag
Der eng den Rasenhang umschmiegt
Wo tief verborgen selbst am Tag
Die schilfgebaute Hütte liegt
Da drinnen ist nicht Stuhl, nicht Tisch
Der Alte sitzt am Boden platt
Es riecht nach Aas und totem Fisch
Ich werd vom bloßen Atmen satt
Er aber greift frisch in den Topf
Und frisst die Fische kalt roh
Packt sie beim Schwanz, beißt ab den Kopf
Und knirscht und schmatzt im Dunkeln froh
"Ihr esst ja nicht, das ist nicht recht"
Die Schwimmhand klatscht mich fett aufs Knie
"Ihr seid vom trockenen Geschlecht
Ich weiß, die Kerle essen nie
Ihr seid bekümmert, sprecht doch aus
Womit ich euch erfreuen kann"
"Ja", klapper ich, "ich will nach Haus
Aus dem verfluchten Schnatermann"
Da hebt der Kerl ein Lachen an
Es klang nicht gut, mir wurde kalt
"Was wisst denn ihr vom Schnatermann?"
"Ja", sag ich stur, "so heißt der Wald"
"So heißt der Wald? Nun geht es los"
Er grinst mich grün phosphorm an
"Du dürrer Narr, was weißt du bloß
Vom Schnater, Schnater, Schnatermann?"
Und schnater, schnater, klitsch und klatsch
Der Regen peitscht mir ins Gesicht
Quatsch durch den Sumpf, hoch spritzt der Matsch
Ein Stiefel fehlt, ich acht es nicht
Und schnater, schnater um mich her
Und Enten unken Froschgetön
Möwengelächter irr und leer
Und tief ein hohles Windgestöhn
Des andren Tag saß ich allein
Nicht weit vom prasselnden Kamin
Und ließ mein schwergekränkt Gebein
Wohlig von heißem Grog durchziehen
Wie golden war der Trank, wie klar
Wie edel war sein starker Duft
Ich blickte nach dem Wald
Es war noch sehr viel Regen in der Luft
Written by: Achim Reichel, Ina Seidel
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