album cover
Vater
584
Hip-Hop/Rap
Vater was released on March 22, 2019 by Chimperator as a part of the album Tua
album cover
AlbumTua
Release DateMarch 22, 2019
LanguageGerman
Melodicness
Acousticness
Valence
Danceability
Energy
BPM

Music Video

Music Video

Credits

PERFORMING ARTISTS
Tua
Tua
Performer
COMPOSITION & LYRICS
Johannes Bruhns
Johannes Bruhns
Composer, Lyrics
Jens Hecht
Jens Hecht
Composer
Mihalj Kekenj
Mihalj Kekenj
Composer
PRODUCTION & ENGINEERING
Tua
Tua
Producer

Lyrics

[Verse 1]
Irgendwie wirkt er wie dreißig Jahre älter
Denk ich als ich ihm helfe mit alten Büchern im Keller
Ich sag, ich lese grad was von Transhumanisten
Die wollen erreichen, Alter als 'ne Krankheit zu listen
Es fällt schon auf, wie viele in der letzten Zeit gehen
Er atmet ruhig, als er in seinem Sessel einschläft
Ich denk, er ist so viel kleiner als früher
Seine Haut ist aus weißem Papier
Ich wollte doch noch nach Krayna mit ihm
Ich glaube jetzt bleiben wir hier
[Verse 2]
Er hat es schon 'ne Weile geahnt und keinem gesagt
Mitten in dem Chaos meines Tages erreicht mich die Nachricht
Nach falschen Diagnosen von alt bis Depressionen
Kommen die Ärzte zu dem Schluss, alles ist verloren
Unheilbar, sie sagen unheilbar
Wenn es hochkommt, dann hat er noch rund ein Jahr
Auf dem Weg in die Klinik passiert es um ein Haar
Und plötzlich ist ein Fragezeichen, wo der Grundstein war
Palliativ, sie sagen palliativ
Was ist seine Perspektive, wenn er alles verliert
Scheißwetter in Berlin, es ist kalt, es ist mies
Ich hab Kopf für gar nix, nicht mal mehr Musik
[Verse 3]
Flug 17-08, Tegel nach Stuttgart
Mein Herz ist Sperrgepäck, wie viel ist die Nutzlast
Ihn pflegen zu könn, macht es erträglicher
Oh mein Vater, mein ukrainischer, schwäbischer
Sein altes Russland, adeliges Blut
Er kam mit nichts und machte es uns gut
Doch diese scheiß Krankheit macht keinen Halt vor Helden
Ich kann da sein, doch ich kann ihm nicht mehr helfen und
Seine Stimme versagt, wenn er redet und neben dem Bett
Steht ein Atemgerät, dass er Tag und Nacht trägt
Ich weiß, er will sterben, sobald es nur geht
Ich hass mich dafür, doch will es auch, wenn ich ihn daliegen seh
[Verse 4]
Heute liege ich in seiner Nähe und kann nicht schlafen
Nur aus Angst, dadurch verpasse ich seinen letzten Atemzug
Ich les die Nacht durch ein Buch über Sterbephasen und such
Ein weißes Dreieck unter seiner Nase
Mein schwarzer Kaffee aufm Fensterbrett
Morgensonne scheint auf das Sterbebett
Seine Atemzüge sind die Kommunikation
Ich sitz neben ihm und höre stumm auf jeden Ton
Er ist irgendwo zwischen Schlaf und wach
Zwischen Leben und Tod, zwischen Tag und Nacht
Und andauernd nicke ich ein, als ich so dasitz
Als ob ich ihn dort treffen will, wo er gerade ist
Friedliche Ruhe
Draußen wird es warm jetzt
Der Tod kommt nicht traurig, nur pragmatisch
[Verse 5]
Jetzt gerade stirbt mein Vater
Ich höre wie er ausatmet
Als ob er 'nen schweren Satz gesagt hätte
Dann gar nichts, ich renne zum Bad hinüber
Hole Mama, zwei letzte Atemzüge
Wir halten seine Hände fest und spüren
Das is des Ende jetzt
Ich sag: „Danke für alles, Papa, danke dass du da warst
Du warst mir ein wunderbarer Vater"
[Verse 6]
Ich laufe durch die Gegend und wein
Spätsommer-Tränen, Sonne und Regen zugleich
Ja, ich weiß, es ist besser für ihn wie es jetzt ist
Doch es tut so weh, dass er für immer weg ist
Sie bringen ihn noch mal in 'n Zimmer mit seinem Namen
Drinnen ist es karg, Stille und der Sarg
Ich sitze die Zeit tot, bis sie dort ist, wo er ist
Fromme Worte füllen keinen Platz, der leer ist
[Verse 7]
Doch mit der Zeit findet all das seinen Platz
An dem ich regelmäßig Halt mach wenn es passt
Hier steh ich jetzt und bin dankbar
Unendlich dankbar
Für die Zeit, die wir zusammen waren
Für bedingungslose Liebe
Auch wenn ich sie nicht immer so verdiente
Dankbar für alles, was er war und noch ist
Mein Vater und ich
Written by: Jens Hecht, Johannes Bruhns, Mihalj Kekenj
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